Mit „Kunst aan de Maas“ bereichern Z33 und RLKM den RivierPark Maasvallei mit zeitgenössischer Kunst. Entdecken Sie die sechs einzigartigen Kunstwerke in Dilsen-Stokkem, Kinrooi, Lanaken, Maaseik und Maasmechelen. Lesen Sie mehr

Germaine Kruip

Reflection

Maasmechelen, 50.994903, 5.760744

Eine poetische und hörbare Hommage an die verschwundene Fähre zwischen Meeswijk und Urmond (NL)

©Mas Osset

Bis in die 1950er-Jahre verkehrte an der Stelle des heutigen Kunstwerks eine Fähre zwischen Meeswijk und Urmond. Die Maas bildete eine natürliche Grenze, zugleich aber auch eine kulturelle Brücke zwischen Belgien und den Niederlanden. Die Bewohner des Maastals teilten eine gemeinsame Geschichte, einen Dialekt und Gebräuche. Die verschwundene Fähre ist daher nicht nur ein praktischer, sondern auch ein symbolischer Ausgangspunkt für das Werk von Germaine Kruip.

Lieven Geuns

Mit der Landschaft verbunden, auf den Ort abgestimmt

Die Skulptur besteht aus einer fünf Meter langen senkrechten Stange aus speziell entwickeltem Messing, aufgehängt zwischen zwei zehn Meter hohen Masten, die 32 Meter voneinander entfernt stehen. Diese beeindruckende Dimension ist kein Zufall: Reflection ist nicht nur Kruips erste permanente Klangskulptur im öffentlichen Raum, sondern auch ihre bislang größte.

Die Stange wurde von Thein Brass, einer renommierten Werkstatt in Bremen, eigens gestimmt. Für dieses Werk entwickelten sie eine einzigartige Messinglegierung, deren genaue Zusammensetzung geheim bleibt. Das Stimmen erfolgte mit Hammerschlägen, Feuer und Wasser – ein handwerklicher Prozess, der einen tiefen, sonoren Klang erzeugt. Dieser meditative Ton trägt über das Wasser wie ein Echo der Glocke, die einst die Fähre ankündigte.

Auch die Landschaft spielte eine aktive Rolle im Entwurf: Die Dimensionen, die Ausrichtung und die Materialien von Reflection sind auf die Umgebung abgestimmt. Die schlanken Formen und das minimalistische Design sorgen dafür, dass das Werk zwar monumental in seiner Wirkung ist, sich jedoch optisch subtil in die Landschaft einfügt. Drei schwarze Granitbänke laden Besucher ein, Platz zu nehmen, zur Ruhe zu kommen und zuzuhören.

Lokaler Beitrag und intuitive Wahl

Von Anfang an arbeitete Kruip eng mit einer lokalen Arbeitsgruppe aus Maasmechelen zusammen. Bei gemeinsamen Spaziergängen und Radtouren erkundete sie diesen Teil des RivierPark Maasvallei und markierte intuitiv Orte, die sie ansprachen. Erst später wurde klar, dass all diese Orte heutige oder ehemalige Überfahrtsstellen waren. So entstand die Idee, diese historische Verbindung über die Maas wieder hörbar zu machen – an genau dem Ort, an dem einst eine Fähre fuhr.
„Der Ort fühlte sich sofort richtig an“, erzählt Kruip. „Erst danach habe ich verstanden, warum. Das Kunstwerk ist aus diesem Erlebnis heraus entstanden. Der Klang schafft eine Verbindung, die physisch verschwunden ist, mental und kulturell jedoch immer noch existiert.“

Kunst zum Betrachten, Anhören und Erleben

Reflection ist nicht nur ein Werk zum Ansehen, sondern auch zum Mitmachen. Der Klang kann mit einem speziell entworfenen Klöppel, aber auch mit natürlichen Gegenständen – einem Stock, einem Stein, den Händen – erzeugt werden. Jedes Material bringt einen anderen Ton hervor, wodurch jedes Mal eine neue Begegnung zwischen Kunst, Mensch und Landschaft entsteht.
Darüber hinaus hat Musica Impulscentrum einen interaktiven Workshop entwickelt, der den Teilnehmern ermöglicht, die Landschaft auf eine andere Weise über Klang, Bewegung und Stille wahrzunehmen. Die ersten Termine finden im Herbst statt.
Die Gemeinde Maasmechelen hat zudem dafür gesorgt, dass die Podcastreihe Stemmen aan de Maas (Stimmen an der Maas) um eine zusätzliche Folge erweitert wird, die dem Kunstwerk Reflection und den historischen Fähren gewidmet ist.

Von Ufer zu Ufer

Mit Reflection erhält Maasmechelen ein künstlerisches Wahrzeichen, das Vergangenheit und Gegenwart verbindet. Der Klang erklingt am Ufer, ist jedoch bis zur anderen Seite zu hören – eine subtile Brücke zwischen Belgien und den Niederlanden. Die Möglichkeit, eine zweite Version auf niederländischer Seite zu installieren, wird derzeit geprüft.

Germaine Kruip ©Lieven Geuns

Über Germaine Kruip

Kruip (°1970, NL) lebt und arbeitet zwischen Brüssel, Amsterdam und London. Ihre Arbeiten waren unter anderem im Stedelijk Museum Amsterdam (NL), auf der Biennale von Sydney (AU), bei Art Basel (CH), bei Frieze London (UK), beim Manchester International Festival (UK), auf der Biennale von Puerto Rico (PR), im São Paulo Museum of Art (BR), im Hiroshima Museum of Contemporary Art (JP), im Rotterdamse Schouwburg (NL), im Kaaitheater in Brüssel (BE) und im Experimental Media and Performing Arts Center in Troy, New York (US) zu sehen.

www.germainekruip.com 

Praktische Informationen

Das Kunstwerk liegt zwischen den Fahrradknotenpunkten 50 und 56 am Deich in Meeswijk (Maasmechelen) und ist nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar. Besucher parken am besten auf dem Dorfplatz von Leut. Von dort sind es etwa 2 Kilometer zu Fuß auf einer ausgeschilderten Strecke. Auch die orangefarbene (10 km) und die blaue (5 km) Wanderschleife des Wandergebiets Leut führen am Kunstwerk vorbei. Beide Rundwege beginnen auf dem Dorfplatz von Leut. Wer das Werk schneller erreichen möchte, kann am Fähranleger in Meeswijk parken. Von dort sind es noch etwa 1,5 Kilometer bis zum Kunstwerk. Auf dem Deich folgen Sie der Beschilderung von Kunst aan de Maas (Kunst an der Maas) in Richtung Reflection.

Stad Maasmechelen produceerde een podcast ‚Stemmen van de Maas‚. Door boeiende gesprekken met lokale experts, bewoners, en liefhebbers hoor je meer over de rijke geschiedenis, de natuurlijke pracht en de voortdurende evolutie van deze majestueuze rivier in het RivierPark Maasvallei. Speciaal voor Kunst aan de Maas werd een bonusaflevering geproduceerd, hieronder te beluisteren.

 

 

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